Oasentage — Bibelarbeit

Der Hirte
geht mit

Psalm 23

Dankbar lebenGemeinsam glauben

Einstieg

Eine Frage zum Ankommen

„Welches Bild, welche Metapher hilft dir in schwierigen Zeiten?
Woher kam es?

→ 2er-Gruppen — dann Stichworte ins Plenum

Historischer Kontext

Hirte — ein politischer Titel

Im Alten Orient

Könige und Götter wurden „Hirten“ genannt. Das Bild meint: Führung, Schutz, Sorge.

In Israel

Gott kritisiert die schlechten Hirten (Ez 34) und kündigt an: Ich selbst werde kommen.

Psalm 23 ist ungewöhnlich persönlich: Kein „Wir“ — nur „ich“ und „du“. Ein Zwiegespräch.

Psalm 23 — Hoffnung für Alle (HFA)

Der Text

1Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts fehlen.
2Er lässt mich lagern auf grünen Weiden und führt mich zu ruhigen Gewässern.
3Er erquickt meine Seele. Er leitet mich auf rechten Pfaden um seines Namens willen.
4Auch wenn ich durch das finstere Tal gehe, fürchte ich kein Unheil; denn du bist bei mir. Dein Stecken und dein Stab, die trösten mich.
5Du richtest vor mir einen Tisch an mitten vor meinen Feinden; du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.
6Ja, Güte und Gnade werden mir folgen all meine Tage, und ich werde im Hause des Herrn bleiben für alle Zeit.
Die Struktur

Zwei Bilder — eine Bewegung

V. 1–4 — HirtenbildV. 5–6 — Gastgeberbild
Draußen: Weide, Weg, TalDrinnen: Tisch, Becher, Haus
Gott als FührerGott als Gastgeber
Er begleitetEr bewirtet

Wendepunkt V. 4: An der dunkelsten Stelle beginnt das „Du“.

Das finstere Tal — V. 4

Nicht drum herum — hindurch

„Auch wenn ich durch das finstere Tal gehe — fürchte ich kein Unheil; denn du bist bei mir.“

Nicht versprochen:

Das Tal hört auf.

Versprochen:

Du bist dabei.

Stecken = Schutz gegen Raubtiere — Stab = Halt für den Müden

Der gedeckte Tisch — V. 5

Gastfreundschaft als Schutz

Im Alten Orient: Wer als Gast an einem Tisch saß, stand unter dem Schutz des Gastgebers.
„Mitten vor meinen Feinden“ = Ich bin Gast am Tisch Gottes. Selbst inmitten von Feindschaft.

„Mein Becher füllt sich und läuft über.“

Nicht knapp kalkuliert — überschwenglich. Wessen Becher läuft über, hat etwas zu geben.

NT — Johannes 10,11

Jesus: Ich bin der gute Hirte

„Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.“

Ez 34
Gott kündigt an: Ich selbst komme als Hirte
Jesus
Ich bin diese Erfüllung
Beim Namen
Er kennt jeden beim Namen (Joh 10,3)
Schlüsselwörter

Nefesh und Chesed

V. 3 — Nefesh נֶפֶש

„Er erquickt meine Nefesh.“ — Nicht nur Seele: die ganze Person, der Atem, das Leben. Gott erquickt den ganzen Menschen.

V. 6 — Chesed חֶסֶד

Treue Liebe, Bundesliebe, Gnade. Konstant, unzerstörbar, unverdienbar. Chesed folgt dir — all deine Tage.

Brücken in die Gegenwart

Fragen für heute

Gruppenarbeit — 20 Minuten

Drei Optionen

Option A — Bildanalyse

Gr. 1: Hirtenbild (V. 1–4).
Gr. 2: Gastgeberbild (V. 5–6).
Gr. 3: Was verbindet beide?

Option B — Zeichnen

Mein Psalm 23: Grüne Weide, finsteres Tal, wo bin ich gerade?

Option C — Bestandsaufnahme

Wie stark erlebe ich Gottes Begleitung? Seinen überlaufenden Becher? Was möchte ich ändern?

Abschluss — Psalm 23,4

„Auch wenn ich durch das finstere Tal gehe — fürchte ich kein Unheil; denn du bist bei mir.“

Nicht Abwesenheit von Dunkel.
Sondern Präsenz des Lichts inmitten davon.

Psalm 23 — HFA © 1983, 1996, 2002, 2015 Biblica, Inc.