Oasentage — Bibelarbeit

Zwei verlorene Söhne

Lukas 15,11–32 — Hoffnung für Alle
Einstieg
„Gab es einen Moment,
wo du dich sehr weit weg
gefühlt hast?“
Von einem Menschen — von Gott — von dir selbst

Historischer Kontext

Lukas 15 — Triptychon

Drei Gleichnisse als Antwort: „Dieser nimmt Sünder an!“ (V.2). Schaf, Münze, Sohn — Leitwort: verloren.

Erbe zu Lebzeiten

V.12: Das Erbteil fordern bedeutete symbolisch: Ich wünsche dir den Tod. Trotzdem teilt der Vater. Erste Schockwelle.

Textlesung

Dreifache Lesung

V.17–20

Der jüngere Sohn

εἰς ἑαυτὸν ἐλθών
„Zur Besinnung kommen“ (wörtlich: zu sich selbst kommen). Umkehr als Erkenntnisprozess — nicht als Gefühlsausbruch.
Die geplante Rede
Er plant: „Mach mich zum Tagelöhner.“ Strategisch oder aufrichtig? Der Vater wartet nicht auf die Antwort — er läuft schon.
V.20
„Als er noch weit entfernt war,
sah ihn sein Vater schon kommen.“
σπλαγχνίζομαι — eingeweidebewegt — er lief
Das Herz des Vaters

Der Vater läuft

V.25–32

Der ältere Sohn

Verloren — aber drinnen
V.29: „Ich diene dir so viele Jahre.“ Knechtsgesinnung trotz Sohnschaft. Im Haus — aber Herz draußen.
Die zweite Verlorenheit
Pflichtgehorsam ohne Beziehung. Nicht feiern können. Auch ihn sucht der Vater — er geht hinaus zu ihm (V.28).
Das offene Ende
„Dein Bruder war tot
und ist lebendig geworden.“
Wir erfahren nicht, ob der ältere Sohn hineingeht. Die Frage richtet sich an uns.

Brücken heute

Gruppenarbeit

Option A
Wie sehen die Söhne sich selbst? Wie sieht der Vater sie? Was sagt das über Identität aus?
Option B
Schreibt das Gleichnis weiter: älterer Sohn geht rein / bleibt draußen. Zwei Versionen.
Option C
Wo erkennst du den älteren Sohn in dir? Gibt es Bereiche, wo du „dienst“ statt „feierst“?
Abschluss
„Als er noch weit entfernt war,
sah ihn sein Vater schon kommen.“
Lukas 15,20 — Gott läuft entgegen.