Lukas 10,38–42
„Bist du eher ein Martha-Typ oder ein Maria-Typ?
Und: Bist du damit zufrieden?“
→ 2er-Gruppen — dann kurz ins Plenum
Gastfreundschaft als Pflicht
Im Orient heilige Pflicht. Martha ist nicht im Unrecht — sie erfüllt eine gesellschaftliche Erwartung.
Maria als Jüngerin
„Zu den Füßen sitzen“ = Jüngerposition. Maria nimmt eine Rolle ein, die Frauen in dieser Gesellschaft nicht vorgesehen war.
Unmittelbar nach Lk 10,25–37 — dem Barmherzigen Samariter:
Handeln ohne Hören macht erschöpft.
| Martha (V.40) | Jesus (V.41–42) |
|---|---|
| „viele Vorbereitungen“ | „viele Dinge“ |
| beschäftigt, erschöpft | besorgt, in Aufregung |
| klagt Maria an | spricht Martha an |
Jesu Diagnose: Nicht falsch beschäftigt — falsch ausgerichtet.
Martha dient Jesus — und hat keine Zeit für Jesus.
Das ist paradox. Und zutiefst menschlich.
„Kümmert es dich nicht?“
Erschöpfte klagen an. Das ist Gebet. Gott hält es aus.
Maria hat sich für das Bessere entschieden.
Merimnao — der geteilte Verstand (V. 41)
Von merizō (teilen) und nous (Verstand). Sorge zerteilt die Aufmerksamkeit. Man ist nirgends ganz. Dasselbe Wort in Mt 6,25: „Sorgt euch nicht!“
Agathe meris — das gute Teil (V. 42)
Der gute Anteil — wie in Ps 73,26: Gott als mein Anteil. Maria hat gewählt, was jeder wählen kann.
Option A — Figurenanalyse
Was treibt Martha an? Was Maria? Je drei Sätze aus Sicht der anderen.
Option B — Meine vielen Dinge
Was teilt meine Aufmerksamkeit? Was könnte wegfallen? Raum für Maria?
Option C — Persönlich
Wann war ich zuletzt Maria? Was hat es gebracht? In 2er ohne Ratschläge.
„Maria hat sich für das Bessere entschieden, und das soll ihr nicht genommen werden.“
Das Beste, was wir für andere tun können,
ist manchmal: zuerst zu sitzen.
Lukas 10,38–42 — HFA © 1983, 1996, 2002, 2015 Biblica, Inc.