Kolosser 3,12–17
„Denk an einen Menschen, der dir wirklich gut begegnet ist —
der dich behandelt hat, wie du dich selten behandelt fühlst.
Was hat er oder sie anders gemacht?“
→ Je 2 Minuten in 2er-Gruppen — dann kurz ins Plenum
Rom, ca. 60–62 n. Chr.
Paulus sitzt unter Hausarrest — er wartet auf seinen Prozess vor dem Kaiser und schreibt trotzdem über Mitgefühl und Dankbarkeit
Kolossä
Kleinstadt im Lykos-Tal (Türkei). Paulus war nie dort. Gegründet durch Epaphras, seinen Mitarbeiter
Das Kleid-Bild
Kol 3,9–10: „alten Menschen ausgezogen — neuen angezogen“. V. 12 setzt dieses Bild fort: Was trägt dieser neue Mensch?
Die Reihenfolge
Erst Identität: „Ihr seid…“
Dann Verhalten: „Darum…“
Dreifache Lesung:
Dann kommt das „Darum“ — Verhalten als Konsequenz, nicht als Voraussetzung.
Leistungsreligion
Sei gut → damit Gott dich liebt
Evangelium
Gott liebt dich → darum lebe gut
| Deutsch (HFA) | Griechisch | Bedeutungstiefe |
|---|---|---|
| Herzliches Mitgefühl | splánchna oíktirmōu | „Eingeweide des Erbarmens“ — körperliches Mitgefühl, wie Jesu Mitgefühl (Mk 1,41) |
| Gütigkeit | chrêstótêta | Dieselbe Güte wie Gottes Güte (Röm 2,4) — in Taten sichtbar |
| Demut | tapeinophrósýnên | Im Griechischen ein Schimpfwort. Im NT umgedeutet: Freiheit von Selbstbezogenheit |
| Geduld | makrothyían | „Langer Atem“ — Fähigkeit, in schwierigen Situationen nicht zu explodieren |
| Vergebung | charizómenoi | Vom Wortstamm cháris = Gnade. Weil Christus vergeben hat — nicht damit er vergibt |
„Wichtiger als alles andere ist die Liebe.
Sie ist das Band, das euch verbindet.“
„Über all diesem“ — das Bild des Oberkleids. Die Liebe wird über alles andere gezogen.
„Band der Vollkommenheit“ — Liebe macht alle anderen Tugenden erst vollständig. Ohne sie bleibt alles Fragment.
Man kann geduldig sein aus Erschöpfung.
Man kann demütig sein aus Kalkül.
Wenn die Liebe fehlt, ist es nichts (1.Kor 13,1–3).
„Und der Friede, den Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen.“
brabéuo = als Schiedsrichter / Preisrichter urteilen. Der brabeus war der Kampfrichter bei Wettkämpfen — er entschied, wer die Palme bekommt.
Nicht du urteilst — der Friede urteilt. Die innere Frage lautet: Wohin führt dieser Weg, was den Frieden betrifft?
Dieser Friede soll herrschen „in einem Leib“ — gemeinsam. Kein persönlicher Seelenfrieden, sondern ein gemeinschaftliches Klima.
Wer oder was urteilt bei dir, wenn du nicht weißt, was du tun sollst? Angst? Kontrolle? Effizienz? Oder: der Friede Christi?
„Lasst die Botschaft von Christus ihren ganzen Reichtum bei euch entfalten.“
Nicht gelegentlich zu Besuch — das Wort soll wohnen, einziehen, sich ausbreiten. Ein Gast, der zum Dauerbewohner wird.
Nicht nur der Pastor lehrt — ihr unterweist einander. Die Gemeinde als Lerngemeinschaft auf Augenhöhe.
Psalmen · Lieder · geistliche Gesänge. Musik als Theologie im Vortrag — und als gemeinsames Herzensgebet.
Dankbarkeit erscheint hier dreimal: V. 15 · V. 16 · V. 17 — sie ist der rote Faden durch alles.
„All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln –
soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist.“
„Im Namen“ = in der Vollmacht von, als Repräsentant von.
Das Frühstückgespräch. Der schwierige Anruf. Die stille Aufgabe.
Alles kann im Namen Jesu getan werden — das Gewöhnliche wird heilig.
Jede Gruppe nimmt zwei Tugenden aus V. 12–13. Besprecht:
→ Danach: kurze Rückmeldung je Gruppe im Plenum
Das Kleid der Gemeinde wird nicht erarbeitet —
es wird angezogen.
Ausgewählt. Geliebt. Gehörend.
Wer das wirklich glaubt, kann anders leben.
„Wichtiger als alles andere ist die Liebe —
sie ist das Band, das euch verbindet.“ (V. 14)
→ Abschlussgebet